Zeitzeugenprojekt

Im Jahr 2020 jährte sich zum 75. Mal das Ende des zweiten Weltkriegs. Vor diesem Hintergrund organisierte der Kreis-Kinder- und Jugendring Mansfeld-Südharz e.V. ein Zeitzeugenprojekt mit Jugendlichen im Alter von 12 bis 19 Jahren. Das damalige Geschehen ist vielen Jugendlichen fremd. Die Projektgruppe bestand aus Schüler*innen der AG Schule ohne Rassismus Schule mit Courage und einer Gruppe von Schüler*innen des beruflichen Gymnasiums der berufsbildenden Schulen Sangerhausen. Zunächst beschäftigen sich die Jugendlichen mit der Zeit des Nationalsozialismus und dem 2. Weltkrieg. Sie beteiligten sich an Biographiegesprächen mit Überlebenden des Holocaust. Die Jugendlichen begaben sich auf die Suche nach Menschen, die bereit sind mit Ihnen über Ihre Erfahrungen des Kriegsendes zu sprechen. Sie schrieben einen Aufruf, der in der örtlichen Presse, über die Kirchen und weitere Netzwerkpartner verbreitet wurde. Es meldeten sich eine ganze Reihe von Zeitzeugen. Die Jugendlichen entwickelten aus Ihrer Auseinandersetzung mit dem zeithistorischen Kontext einen Leitfaden mit ihren Fragen an die Zeitzeugen. Außerdem lernten sie wie eine Kamera und ein Aufnahmegerät zu bedienen ist. Während der Interviews waren die Jugendlichen sehr konzentriert und ruhig. Ihnen wurde klar, dass die Verbrechen der Nationalsozialisten und die Kriegsereignisse nicht nur weit weg geschahen, sondern hier vor Ort, in den Straßen, durch die sie täglich gehen. Dadurch, dass die Zeitzeugen damals selbst Kinder und Jugendliche waren, konnten sie mit ihren Erzählungen eine Brücke schlagen zur Lebenswelt der Jugendlichen.

Den Projektteilnehmenden wurde klar wie leicht es geschehen kann einer menschenverachtenden Ideologie zu glauben und welche Konsequenzen dies hat. Ihnen wurde bewusst welche Bedeutung es hat in Frieden aufwachsen zu können. Die Jugendlichen haben fünf Zeitzeugeninterviews geführt. Aufgrund der Corona-Pandemie konnten leider keine weiteren Zeitzeugen mehr interviewt werden. Die interviewten Menschen erlebten den Krieg und das Kriegsende aus unterschiedlichen Perspektiven: als Kind und Jugendlicher in Sangerhausen, als Flüchtlinge und ein Zeitzeuge wurde in den letzten Monaten des Kriegs noch eingezogen. Aus den Ton- und Videoaufnahmen erarbeiteten die Jugendlichen den Kurzfilm „das Kriegsende in Sangerhausen ein Zeitzeugenprojekt mit Jugendlichen“ (36 Minuten) und zwei Langversionen von zwei verschiedenen Zeitzeugeninterviews.

 

Die beteiligten Jugendlichen haben ein differenziertes Wissen über die damaligen Geschehnisse erworben und reflektierten eine gegenwärtige Gefährdung der Demokratie und Menschlichkeit. Damit leisten die Jugendlichen aktiv einen Beitrag die Erinnerung an das Unrecht der NS-Zeit wachzuhalten und sensibilisierten insbesondere ihre Altersgruppe für das Thema.

Die Filme können beim Kreis-Kinder- und Jugendring Mansfeld-Südharz e.V. ausgeliehen werden.

Kreis-Kinder und Jugendring Mansfeld-Südharz e. V.

Ernst-Thälmann Str. 14

06526 Sangerhausen

Telefon: 03464/522 072

E-Mail: kkjr.msh@t-online.de